Mit dem Icom SM-J1 kündigt Icom ein neues hochwertiges Tischmikrofon an, das sich gezielt an anspruchsvolle Funkamateure richtet. Dabei handelt es sich nicht einfach um den Nachfolger eines klassischen Stationsmikrofons .
Das SM-J1 verfolgt mit seinen zwei dynamischen Mikrofonelementen, einer umschaltbaren Richtcharakteristik und der Möglichkeit zum herstellerübergreifenden Einsatz ein interessantes neues Konzept. Eine weitere Besonderheit: Das SM-J1 entstand im Rahmen einer gemeinsamen Initiative von Mitgliedsunternehmen der Japan Amateur Radio Industries Association (JAIA) und ist das erste gemeinsam entwickelte Produkt dieser Art.
Zwei dynamische Mikrofonelemente für hochwertige Modulation
Herzstück des SM-J1 sind zwei dynamische Mikrofonelemente. Laut Icom ermöglicht diese Dual-Element-Konstruktion einen ausgezeichneten Frequenzgang und soll für einen klaren und zugleich satten Klang sorgen. Interessant ist das Konzept insbesondere bei geringem Sprechabstand. Durch die Konstruktion mit zwei Mikrofonelementen wird der Einfluss starker tieffrequenter Luftdruckschwankungen reduziert. Atem- und typische Plosivgeräusche sollen dadurch deutlich weniger problematisch sein. Für Funkamateure bedeutet dies, dass das Mikrofon auch aus relativ kurzer Entfernung besprochen werden kann – beispielsweise im Contestbetrieb oder bei DX-Verbindungen, wenn eine möglichst konstante und durchsetzungsfähige Modulation gewünscht ist.
Umschaltbar zwischen Uni- und Omnidirektional
Eine der interessantesten Funktionen des SM-J1 ist die umschaltbare Richtcharakteristik. Der Anwender kann zwischen zwei Betriebsarten wählen:
Unidirektional:
Das Mikrofon nimmt den Schall hauptsächlich von vorne auf. Geräusche außerhalb des bevorzugten Aufnahmewinkels werden reduziert. Das ist beispielsweise bei störenden Umgebungsgeräuschen im Shack von Vorteil.
Omnidirektional:
In dieser Betriebsart erfolgt eine gleichmäßigere Schallaufnahme, wobei laut Icom auch unterschiedliche Mikrofonabstände weniger Einfluss auf die Aufnahmequalität haben. Icom nennt hier insbesondere DX-Verbindungen und Pile-up-Situationen als mögliche Einsatzgebiete.
Damit lässt sich das Mikrofon deutlich flexibler an den jeweiligen Funkbetrieb und die persönliche Arbeitsweise des Operators anpassen.
Nicht nur als klassisches Tischmikrofon verwendbar
Auch mechanisch geht Icom beim SM-J1 einen interessanten Weg. Das eigentliche Mikrofon kann vom mitgelieferten Standfuß abgenommen werden. Über ein 5/8-Zoll-Standardgewinde lässt es sich anschließend beispielsweise an einem handelsüblichen Mikrofonarm montieren. Gerade bei umfangreich ausgestatteten Amateurfunkstationen kann dies von Vorteil sein. Ein Mikrofonarm schafft nicht nur zusätzlichen Platz auf dem Stationstisch, sondern reduziert gleichzeitig die Übertragung von Tischvibrationen auf das Mikrofon. Tastaturanschläge, Bedienbewegungen am Transceiver oder andere mechanische Einwirkungen auf den Stationstisch können dadurch weniger stark auf das Mikrofon übertragen werden.
Anschluss für einen externen Fußschalter
Bsesonders interessant für Contester und Vielnutzer ist der vorgesehene Anschluss eines Fußschalters für die PTT-Steuerung. Die Sendertastung kann damit erfolgen, ohne dass eine Hand vom Funkgerät oder von der Tastatur genommen werden muss. Gerade beim gleichzeitigen Bedienen von Transceiver, Logging-Software und weiteren Geräten kann dies den Stationsbetrieb erheblich komfortabler gestalten. Beim klassischen Search-&-Pounce-Betrieb oder in hektischen Contest-Situationen ist eine solche freihändige PTT-Steuerung ein durchaus praktisches Detail. Herstellerübergreifendes Konzept der JAIA
Bemerkenswert ist auch die Entstehungsgeschichte des SM-J1.
Das Mikrofon wurde im Rahmen einer Initiative von Herstellern der JAIA – Japan Amateur Radio Industries Association entwickelt. Ziel dieser Zusammenarbeit ist unter anderem die Entwicklung von Zubehör, das sich herstellerübergreifend einsetzen lässt. Das SM-J1 stellt dabei das erste gemeinsam von JAIA-Herstellern entwickelte Produkt dar.
Kompatibilität mit aktuellen Icom-Transceivern
Icom nennt aktuell unter anderem folgende Geräte als kompatibel:
Icom IC-7760
Icom IC-7610
Icom IC-7300MK2
Icom IC-7300
Icom IC-9700
Icom IC-718
Damit deckt das SM-J1 bereits eine breite Palette verbreiteter Icom-Amateurfunktransceiver ab – vom klassischen KW-Gerät bis zur hochwertigen Stationslösung.
Inzwischen hat Icom Europe auch erstmals einen Preis für den deutschen Markt veröffentlicht. Die angekündigte unverbindliche Preisempfehlung beträgt 553,35 Euro inklusive Mehrwertsteuer.
Damit positioniert sich das SM-J1 eindeutig im Premiumsegment der Stationsmikrofone. Angesichts der Dual-Element-Technologie, der umschaltbaren Richtcharakteristik, der Möglichkeit zur Montage an einem Mikrofonarm sowie des Fußschalteranschlusses richtet sich das Mikrofon insbesondere an Funkamateure, die Wert auf eine hochwertige und flexible Stationsausstattung legen.
Wichtig: Bei den 553,35 Euro handelt es sich um die von Icom Europe angekündigte UVP. Der spätere tatsächliche Verkaufspreis kann davon abweichen.
Sobald verfügbar auch bei Maas Elektronik !
Sobald nähere Informationen zum Liefertermin beziehungsweise zur tatsächlichen Verfügbarkeit vorliegen, kann das SM-J1 über Maas Elektronik bezogen werden. Mit dem SM-J1 bringt Icom ein ungewöhnlich aufwendig konzipiertes Stationsmikrofon auf den Markt. Vor allem die Kombination aus zwei dynamischen Mikrofonelementen, umschaltbarer Richtcharakteristik und flexiblen Montagemöglichkeiten hebt das Modell von vielen klassischen Tischmikrofonen ab. Für ambitionierte DXer, Contester und Funkamateure, die bei ihrer Station besonderen Wert auf Audioqualität und Bedienkomfort legen, dürfte das Icom SM-J1 deshalb eine interessante Neuheit werden.